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Tropea

Pizzo

Scilla

Reggio Calabria

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Tropea ist ein Ort zahlreicher Legenden mit einer über zweitausendjährigen Geschichte. Sie ist an der Küste der Götter gelegen und trägt den Namen ‘Perle des Thyrrenischen Meeres’. Tropea erhebt sich auf einem Vorgebirge zwischen dem Golf von Gioia Tauro und S. Eufemia. Die Legende besagt, dass Herkules nach seiner siegreichen Rückkehr aus Spanien die Stadt gründete. Die militärisch ausgezeichnete Position der Meerterrasse lies Tropea eine besondere strategische Bedeutung zukommen. In der Zeit der Römer unter Cäsar Ottavino und später unter der Sarazenischen Besatzung sowie unter den Normannen und den Aragonesern. Nahe der Kathedrale gefundenen Tongefässe aus dem Neolithikum und die in der Nähe des heutigen Friedhofs entdeckten Nekropole mit Gräbern und Krügen aus dem 12. Jahrhundert v. Ch. belegen die lange Besiedlungszeit Tropeas. Die Artefekte befinden sich im Nationalmuseum in Reggio Calabria. Eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt ist die im 12./13. Jahrhundert errichtete Kathedrale, die nach mehrern Erdbeben immer wider aufgebaut wurde, zuletzt 1931 unter Wiederherstellung des romanischen Charakters.
Viele Adelspaläste in der Altstadt stammen aus dem 16./17. Jahrhundert. Die Stadt ist eine der interessantesten Kulturzentren an der Küste der Götter, denn noch heute findet man etwa 50 Adelspaläste und 17 Kirchen. Unter der Altstadt befindet sich ein unterirdisches Netz an Gängen, die zur Zeit der Sarazenenüberfälle dazu dienten, von den zahlreichen Angreifern unbemerkt die Stadt zu verlassen. Leider sind die wenigen noch vorhandenen Zugänge auf Privatbesitz und die Ausstiege nicht mehr genau zu lokalisieren. Was man weiter entdecken kann, ist der Liebreiz der Landschaft ein nahezu unberührtes Meer, wilde Felsvormationen eingebettet in mediterraner Farbenpracht sowie eine grosse Auswahl an Kultur- und Kunstdenkmälern. Im historischen Stadtkern von Tropea findet man eine grosse Meerterasse namens Platz der Kanone, da hier eine Kanone aus der Bourbonenzeit aus dem 18. Jahrhundert zu bewundern ist. Wenn man von hier aus weiterschaut, fällt der Blick auf einem am Meer gelegenen Felsen auf welchem die zauberhafte kleine Kirche ‘S. Maria dell Isole’ thront, welche gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt ist. Hier stand bereits im Jahr 370 n. Chr. eine basilianische Kirche, welche später zu einem Benediktinischen Heiligtum wurde. Die Basilika gewährte in der gotischen Zeit den Einsiedlermönchen eine Zuflucht und war bis vor zwei Jahrhunderten noch komplett vom Meer umgeben. Mitlerweile befindet sich unterhalb eine wunderschöne Grotte, die aber gleichzeitig auch als warnendes Signal des Zerfalls zu werten ist, da starke Erosion Restaurationsarbeiten am Tuffsteinfelsen erforderlich machen.
Man findet aber auch weitere viele Kirchen der verschiedensten Epochen wie z.B. aus der Normannenzeit. Hierunter zählen der Dom, die Kirche S. Francesco von Assisi, S. Maria dell Neve etc. Sie sind umringt von eindrucksvollen Adelspalästen, die in ihrem Innern mit ihren Schätzen und Schmuckstücken vom damaligen Reichtum Tropeas Zeugnis ablegen, und so kann man die schmiedeeisernen Balkone aus dem 18. Jhd. bewundern. Auch die stattlichen ‘Portale’ der Prachtbauten zeigen die perfektionierten Künste der Handwerker. Vielerorts sieht man über den Eingangstüren aufwendige Masken und Fratzen, die ihre Bewohner vor dem bösen Blick schützen sollen.
Von Tropea kommt auch die berühmte rote ‘Zwiebel von Tropea’, welche aufgrund ihrer ‘Milde ‘ in alle Welt exportiert wird.

Pizzo liegt in bezaubernder Lage auf einem Felsen steil über der Bucht Sant’ Eufemia und schiebt sich wie ein Schiffsbug ins Meer. Der Ort ist ein Urlaubsort und ein Zentrum der Fischerei, besonders der Thunfischindustrie.
Pizzo wurde in griechischer Zeit von ‘Nepeto’ gegründet. Zu seinen Ehren bezeichnet man auch heute noch die Einwohner als ‘Napetini’. Im 15. Jahrhundert liess Ferdinand der Erste ein Kastell, das Castello Aragonese, errichten. In diesem ist die Zelle zu besichtigen, in der Gioacchino Murat, Schwager von Napoleon und seinerseits König von Neapel, bis zu seiner Hinrichtung am 13. Oktober 1815 eingesperrt war. Mit diesem Ereignis endete gleichzeitig die französische Fremdherrschaft über Süditalien.
Im Zentrum von Pizzo befindet sich die Friedenssäule auf der weiträumigen angelegten Piazza della Republica sowie die Kirche San Giorgio, die 1632 errichtet wurde, und welche vorallem durch ihre barocke Fassade hervorsticht. In ihr ist Joachim Murrat begraben. Weiterhin findet man in Pizzo die Chiesa di Piedigrotta, eine Grottenkirche im Tuffgestein. Der Legende nach sollen hier Ende des 17. Jahrhunderts drei schiffbrüchige neapolitanische Seefahrer an Land gespült wurden. Sie trugen bei sich ein Madonnenbildnis ihres Schiffes. Als Dank ihrer Rettung hinterliessen die Seefahrer dieses Bildnis am Strand. Die Fischer von Pizzo fanden es und erstellten einen Altar, ein Stück von der Fundstelle entfernt. Doch bei jedem Sturm fanden sie das Madonnenbildnis stets wieder an der ursprünglichen Stelle vor. Ihrem Schutz zu Ehren wurde um das Madonnenbildnis herum eine Grottenkirche errichtet. Alfonso und Emilio Barone errichteten in der Höhle zahlreiche Tuffsteinskulpturen in den Jahren 1900 – 1979. Einmal im Jahr, am 2. Juli, findet eine Madonnenprozession statt und zahlreiche Pilgerer feiern nach der Heiligen Messe ein grosses Fest.
Pizzo ist ausserdem der Ursprungsort des Tartufo, eine italienische Eisspezialität, die den Trüffelpralinen nachempfunden ist. Der Name ist abgeleitet von der italienischen Bezeichnung für den Trüffelpilz.

Kurz vor der Meerenge von Messina, am Tyrrhenischen Meer, liegt Scilla, das antike Scyllaeum aus dem 4. Jahrhundert v. Ch. Um Scilla ranken sich die unterschiedlichsten Mythen, so wird die Stadt in einer Legende als versteinerter Adler beschrieben, dessen Kopf der Fels mit dem Kastell Ruffo und dessen angelegte Flügel die Buchten Chianalea und Marina Grande darstellen. Homer beschreibt in der ‘Odyssee’ ein schreckliches Meeresungeheuer namens Skylla mit sechs Köpfen und zwölf Tatzen sowie starke Strudel. Letzteres ist ein wahres Ereignis, denn dort, wo die Wogen des Tyrrhenischen und des Ionischen Meeres aufeinander treffen, existiert ein nicht ungefährlicher Strudel.
Scilla ist der bekannteste Ort der Costa Viola und ein malerisches, freundliches Fischerdorf.  
Im Mittelalter wurde Scilla von den Sarazenen und den Normannen erobert, sowie 1783 von einem Erdbeben teilweise zerstört. 
Chianalea ist das überwiegend von Fischern bewohnte Viertel, welches sich nördlich des Kastell befindet. Am nördlichen Ende des Viertels befindet sich die kleine Kirche San Giuseppe mit alten Holzbänken, einem Mamoraltar und der Figur des Heiligen Joseph. In Marina Grande erstreckt sich der 600m lange und ca. 30m breite Sandstrand von Scilla
Sehenswert sind die Chiesa dello Spirito Santo und die Chiesa dell’ Immacolata. Die Kirche Santa Spirito ist erstmals 1752 errichtet, aber bei dem Erdbeben 1783 fast vollständig zerstört wurden. Sie wurde aber über viele Jahre hinweg wieder aufgebaut. Die barocke Fassade ziert ein Portal mit dekorativen Elementen aus dem Syrakus-Stein. Im Innern befindet sich ein schön gearbeites Holzgestühl und das Altarbild der Madonna, das bereits mehrmals entwendet wurde. Die Kirche dell’ Immacolata wurde im 20. Jahrhundert vollständig umgebaut und zeigt ein Mosaik der Stadt, welches 1986 von Mario Benedetto angefertigt wurde.. Oberhalb der Chiesa dell’ Immacolata liegt das Kastell der Familie Ruffo. Sie ist eine der ältesten Familien Europas und herrschte von 1543 bis 1806 über die Stadt, daher auch die Namensgebung. Durch die Erdbeben von 1783 und 1908 schwer beschädigt, wurde das Kastell mehrfach erneuert. Heute gewährt die Burg einen einzigartigen Panoramablick sowie Einblicke in das alte Mauerwerk mit einem Brunnen und dem Wappen der Familie Ruffo über dem Eingangstor. Ausserdem ist eine Ausstellung rund um den Fischfang zu finden.
Der Schutzheilige der Stadt ist San Rocco. Eine Mamorstatue von ihm ist in der Kirche San Rocco auf der gleichnamigen Piazza zu finden.

 

Die im Jahre 743 v. Ch. von den chalkidischen Griechen als Rhegion gegründete Stadt, blickt auf eine lebhafte Vergangenheit zurück. Sie ist neben Cumae die älteste griechische Kolonie. Leider sind die meisten Spuren der Geschichte durch die verheerenden Erdbeben 1783 und 1908, die teilweise mit einem Tsunami verbunden waren, verwischt worden.
Lange Zeit war Reggio Calabria, welche die grösste Stadt Kalabriens ist, auch Landeshauptstadt. In den 1970er Jahren kam es in Reggio Calabria zu revolutionären Unruhen, als die Stadt der Konkurrentin Cantanzaro bei der Wahl der Landeshauptstadt unterlag. Auch heute noch gilt die Stadt, an der Strasse von Messina, bei vielen Einheimischen als heimliche Hauptstadt Kalabriens.
In Reggio Calabria gibt es eine Menge Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, so das wir nur einige wenige unter ihnen nennen können. Da ist zum einen das Castello Aragonese, welches im 15. Jahrhundert von den Aragonesen errichtet wurde. Unterhalb des Castells steht die kleine Kuppeldachkirche Chiesa degli Ottimati. Sie besticht durch ihre Schlichtheit, die lediglich durch bunte Fensterbilder und einen farbigen Mamoraltar durchbrochen wird.
An der Piazza Duomo befindet sich der wiedererrichtete Dom im neuroromanischen Stil, denn auch er wurde von Erdbeben zerstört. Auf der Innenseite der Haupteingangstür sind die Stiefelspitze Italiens mit allen wichtigen Kirchen abgebildet. Neben den Grabstätten einiger Bischöfe ist ein wertvoller Kirchenschatz mit Silber- und Goldschmiedearbeiten aus dem 15./16. Jahrhundert zu sehen. Im linken Querhaus des Dom befindet sich die Kapelle Santissima Sacramento. Sie wurde 1537 von Bischof Agostino Gonzalez errichtet. Wegen ihrer wertvollen noch originalen Intarsienarbeiten des späten 16. Jahrhunderts wurde die Kapelle zum Nationaldenkmal erklärt.
An der belebten Piazza Carmine nahe des Dom strebt die Chiesa del Carmine mit einer schlichten Aussenfassade und einem in Stein gemeisselten, dekorierten Türbogen gen Himmel.
Anregend ist ein Spaziergang entlang des Lungomare Matte otti, den Gabrielle D’annuzio einst als den schönsten Kilometer Italiens bezeichnet haben soll. In der Nähe davon befinden sich die Ruinen der Römischen Thermen mit einem freigelegten Mamorfussboden. Und etwas weiter davon entfernt, sieht man noch Reste der griechischen Stadtmauer.
Von der Moderne zurück in die Antike findet man auf Initiative von Paolo Orsi ein Archälogisches Nationalmuseum. Auf den 4 Ebenen sind die in Reggio ausgegrabenen Schätze und die bedeutendsten Funde aus ganz Kalabrien zu bewundern. Auch die berühmtesten Fundstücke Kalabriens, die ‘Krieger von Riace’, sind hier zu finden. Die eindrucksvollen Statuen sollen im 5. Jahrhundert v. Ch. von unterschiedlichen unbekannten Meistern erschaffen worden sein, und lagen über zwei Jahrtausende auf dem Grund des Ionischen Meeres bis sie 1972 zufällig von einem Taucher entdeckt wurden. Unter den Mauern des heutigen Museums wurden Grabstätten freigelegt, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.
Reggio Calabria liegt genau in der Mitte des Mittelmeeres.